Pläne und Modelle
Musealer Platzmangel
Museen hatten und haben spezifische Aufgaben. Neben Bildung, Vermittlung und Forschung waren diese – im Falle des Volkskundemuseum Wien (VKM) – immer zu einem beachtlichen Teil mit der Arbeit mit den unterschiedlichen Objekten und Materialien in den Beständen verbunden. Alle diese ständig wachsenden Bestände (Objektsammlungen, Bibliothek und Archiv) brauchen viel und immer mehr Platz: für objektspezifisch korrekte museale Lagerung, für das Objekthandling im Zuge von Ordnungs- und Restaurierungsarbeiten, für Objektstudium oder Archivrecherche und nicht zuletzt für die Präsentationen – etwa in Form von Ausstellungen. In seiner 130-jährigen Geschichte hat das VKM immer wieder über Raumnot geklagt und von Vergrößerungen geträumt. Zur Zeit der „Resolution über Erweiterung“ des VKM 1971 wurde darauf verwiesen, dass „allein durch das Anwachsen des Sammlungsinventars auf den bald dreifachen Umfang der Bestände des Jahres 1917, die damals schon das ganze Haus ausfüllten“1 das Gebäude in der Laudongasse an seine räumlichen Grenzen gestoßen sei. Eine kontinuierliche Sammeltätigkeit, die die Erfordernisse der damaligen Zeit in Form eines verstärkten Interesses an „volkskulturellen Zeugnissen des kleinbürgerlichen und des Arbeitermilieus der Städte des 19. und 20. Jahrhunderts“2 berücksichtigte, sei ohne zusätzlichen Raum nicht möglich. Darüber hinaus war das VKM auch bemüht, die wissenschaftliche Dokumentation des Hauses zu stärken bzw. zu etablieren. Man verzeichnete hier starke Zuwächse, die mit zusätzlichen Platzansprüchen einhergingen: „Fachbibliothek (20.000 Nummern und etwa 500 Zeitschriften), Photothek (50.000 Nummern), Handschriften-, Umfragen- und Zeitungsarchiv, Sammlungskartei (85.000 Blätter) mit mehreren Verweiskarteien, die ihrerseits in rasch zunehmenden Ausmaß Stell- und Benützerräume beanspruchen.“3
In diesem Abschnitt zeigen wir jene Pläne und Modelle, die im Archiv des VKM zu den umfangreichen Erweiterungsplänen der 1970er und 1980er Jahre aufbewahrt sind. An ihnen lassen sich zunächst große Museumsvisionen ablesen, die neben dem Haupthaus in der Laudongasse auch den Bunker und das ehemalige Tröpferlbad in der Florianigasse miteinbezogen. Bis 1985 ergaben sich Veränderungen, die sich anhand der Archivunterlagen, in denen die verschiedenen Forderungen und Ideen vonseiten der Stadt Wien, des zuständigen Ministeriums oder auch von Bezirks- bzw. der Bürgerinitiativeseite aufscheinen, nachzeichnen lassen. Am auffälligsten ist hierbei die Reduktion der Pläne, die sich später nur mehr auf den Bunker und dessen Aufbau beziehen.
Das erste Konvolut zeigt die Pläne, die der Wiener Architekt Herbert Loidolt (Lebensdaten unbekannt) 1982 für das VKM gezeichnet hat. Loidolt hatte bereits 1980 Vorentwürfe erstellt. Er war, gemeinsam mit dem Architekten Rudolf Pamlitschka (1920–1999), auch für die Planungen der Restaurierung der gesamten Außenanlage des denkmalgeschützten Museumsgebäudes Gartenpalais Schönborn zuständig, die tatsächlich ab 1984 begann.







Das zweite Konvolut zeigt jene Pläne und Modellfotos, die wahrscheinlich aus dem Jahr 1985 stammen und an das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung „mit der Bitte um Unterstützung“4 versendet worden waren.







Das dritte Konvolut findet sich so zusammengestellt im Archivordner „Ausstellungshalle Bunker 1982–1987“ und dokumentiert allgemein das Planungs- und Entwurfsgeschehen von 1980 bis 1986.










- Vgl. Schreiben ÖMV an BM für Wissenschaft und Forschung „Resolution über Erweiterung“, 26. März 1971, 3 Seiten; Ordner Bunker 1969, Archiv Volkskundemuseum Wien, S. 1f.
- Vgl. Schreiben ÖMV an BM für Wissenschaft und Forschung „Resolution über Erweiterung“, 26. März 1971, 3 Seiten; Ordner Bunker 1969, Archiv Volkskundemuseum Wien, S. 2.
- Vgl. ebd.
- Vgl. Schriftliche Zusammenstellung „Chronologie der Ereignisse aus der Sicht des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien“ vom 15. Juni 1986, S. 2.
